Räume zum Leben, für alle

© Adobe Stock

Die Pandemie zeigte, wie wichtig Lebensräume für Jugendliche und systemrelevante Arbeitskräfte sind und wie wenig sie bei den Schutzmassnahmen mitgedacht wurden. Journalist Urs Hafner widmete sich diesem Thema auf DeFacto.

Während der Covid-19-Pandemie haben die Schutzmassnahmen der Behörden manchen Bevölkerungsgruppen stärker zugesetzt als anderen. Dies geschah nicht aus böser Absicht, sondern, weil die Lebensrealitäten mancher Menschen und deren Bedürfnisse in Bezug auf ihren Lebensraum durch die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger zu wenig berücksichtigt wurden. Insbesondere Jugendliche und systemrelevante Arbeitskräfte konnten beispielsweise der Weisung der Gesundheitsbehörden, doch bitte zu Hause zu bleiben, kaum nachkommen.

Für seinen Beitrag in der Blog-Serie des NFP 80 auf DeFacto hat Wissenschaftsjournalist Urs Hafner die Leiterin des NFP-80-Forschungsprojekts «Städtische Räume für Jugendliche», Anke Kaschlik, und David Kaufmann, Leiter des Projekts «Systemrelevante städtische Arbeitskräfte», zum Thema Lebensräume und Lebensrealitäten in Krisenzeiten befragt.

Die Ergebnisse der beiden Forschungsgruppen werden den Behörden für den Fall einer künftigen Gesundheitskrise wichtige Hinweise liefern können. So ist beispielsweise für Stadtforscherin Anke Kaschlik zentral, dass künftig Vertreterinnen und Vertreter von Jugendarbeit und Schule sowie die Jugendlichen selbst in die Krisenplanung miteinbezogen werden müssen. Politikwissenschaftler David Kaufmann ist überzeugt, dass die Schweiz ein besseres sozialräumliches Monitoring zur Vorbereitung auf eine künftige Krise braucht.