Programmkonferenz 2026: Die Forschungsgruppen präsentieren ihre ersten Ergebnisse

Die Forschungsgruppen präsentieren ihre ersten Ergebnisse
© NRP 80 / Marco Finsterwald

Anfang März diskutierten Forschende des NFP 80 an der Jahreskonferenz erste Ergebnisse. Die Veranstaltung markierte einen wichtigen Meilenstein für den 2027 erscheinenden Synthesebericht mit Empfehlungen für Politik und Behörden.

Rund hundert Forscherinnen und Forscher des NFP 80 kamen am 5. und 6. März im Kursaal in Bern zur Programmkonferenz 2026 zusammen. Die Veranstaltung bot den 25 Forschungsgruppen die Gelegenheit, erste Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen und sich untereinander auszutauschen. Auch die Bundesverwaltung war als wichtige Stakeholderin des NFP 80 vertreten. Die Konferenz markierte einen wichtigen Meilenstein vor der Finalisierung des Syntheseberichts des NFP 80. Letzterer bildet den Abschluss der dreijährigen Forschungsarbeit und wird Empfehlungen für die Behörden zur Bewältigung von künftigen Krisen enthalten.

Ein bedeutender Beitrag für die Schweiz

Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit, hielt die Eröffnungsrede der Programmkonferenz. Sie hatte ihr Amt im Oktober 2020 während der Covid-19-Pandemie angetreten und teilte ihre Erinnerungen und Überlegungen zur Krise. Dabei ging sie auf die verschiedenen Phasen der Pandemie und die von den politischen Behörden ergriffenen Massnahmen ein. Anne Lévy hob insbesondere die Bedeutung der Revision des Epidemiengesetzes und der Revision des Nationalen Pandemieplans hervor – zwei Prozesse, zu denen das NFP 80 Beiträge geleistet hat.

Programmkonferenz 2026
Anne Lévy, Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), hielt die Eröffnungsrede © NRP 80 / Marco Finsterwald

Die Direktorin unterstrich zudem die Rolle des NFP 80 als «wichtiges Puzzleteil bei der Aufarbeitung der grössten Gesundheitskrise der letzten hundert Jahre». Sie würdigte den Auftrag der Forschungsgruppen: «die schädlichen Auswirkungen der Pandemie zu beleuchten, die bisher kaum Beachtung gefunden haben».

Sie betonte ausserdem, wie wichtig eine respektvolle Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Politik unter Berücksichtigung der jeweiligen Aufgaben sei. «Ich bin überzeugt, dass die Perspektive der Sozial- und Geisteswissenschaften – Ihre Schlussfolgerungen und Empfehlungen aus dem NFP 80 – wesentlich dazu beitragen wird, die Krisenfestigkeit der Schweiz weiter zu stärken», schloss Anne Lévy.

Lehren aus der Krise

Im Mittelpunkt der Konferenz standen die Forscherinnen und Forscher der 25 Forschungsgruppen des NFP 80. Sie präsentierten die ersten Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten, die in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Der Austausch setzte sich während der Postersessions fort, die den Dialog zwischen den Teilnehmenden anregten und weiterführende Überlegungen förderten.

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Während den Präsentationen stellten die Forschungsgruppen die Ergebnisse ihrer Arbeiten vor © NRP 80 / Marco Finsterwald

Die Stakeholder des NFP 80 nahmen anschliessend an einer Podiumsdiskussion teil. Xavier Pilloud, Leiter Wissenstransfer des NFP 80, und Sabina Littmann-Wernli, ehemalige Vertreterin des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) im NFP 80, moderierten die Diskussion. Die Podiumsteilnehmenden mit unterschiedlichem Hintergrund gaben einen Überblick über die seit Beginn der Pandemie ergriffenen Massnahmen und die aus dieser Krise gezogenen Lehren.

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Postersession an der Programmkonferenz 2026 © NRP 80 / Marco Finsterwald

Dabei formulierten die Vertreterinnen und Vertreter der Bundesverwaltung auch ihre Erwartungen an das NFP 80. Thomas Vollmer, Vertreter des BSV, zeigte sich überzeugt, dass die Ergebnisse des NFP 80 eine wertvolle Ergänzung zum ersten Monitoringbericht zur Armut in der Schweiz darstellen, den der Bund veröffentlicht hat. «Das NFP 80 zeigt, dass die Pandemie bestimmte soziale Probleme sichtbar gemacht hat, und wir sind sehr daran interessiert, diese Ergebnisse in unsere Arbeit einfliessen zu lassen», erklärte er. Für Jean-Christophe Lanzeray vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und Tindaro Ferraro vom Staatssekretariat für Migration (SEM) ist die Kommunikation mit den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen verbesserungswürdig: «Wir müssen sicherstellen, dass jede Person in einer Krise Zugang zu den sie betreffenden Informationen hat», erinnerte Tindaro Ferraro. «In diesem Bereich haben wir grosses Verbesserungspotenzial», fügte Jean-Christophe Lanzeray hinzu.

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An der Podiumsdiskussion nahmen Vertreterinnen und Vertreter der Bundesverwaltung teil © NRP 80 / Marco Finsterwald

Lisa Wildi, Vertreterin der Bundeskanzlei im NFP 80, zeigte sich interessiert an der Idee eines systematischen Monitorings der sozialen Folgen von Pandemien. «Wir haben während der Krise deutlich gesehen, dass eine Pandemie nicht nur auf biomedizinischer, sondern auch auf sozialer Ebene beobachtet werden muss. Für uns stellt sich die Frage, in welchem Rahmen wir ein solches Monitoring umsetzen können.»